Klimapolitik

Wie der Klimawandel unseren Wald bedroht

Gemeinsam mit vielen Interessent:innen machte sich Sprecher Andreas Wagner auf dem Weg zu einem Waldspaziergang. Dieser wurde von der Ökomodellregion Mühldorf organisiert. Während des Spaziergangs durch den Mühldorfer Hart erklärte uns Revierleiterin Monika Löffelmann, wie es um unsere Wälder in der Region steht.

Die aktuelle Lage

Unser Mühldorfer Hart besteht zum größten Teil aus Fichten. Doch der Klimawandel hat dafür gesorgt, dass die Sommerhalbjahre seit 1936 immer heißer wurden. Die somit erhöhte Durchschnittstemperatur (1,5°C) bedroht jedoch unsere Fichten im Wald. Dafür gibt es folgende Gründe:

  • Der Grund wird immer trockener und die Wurzeln der Fichten reichen nicht tief genug in die Böden hinein (Flachwurzeln). Sie bekommen also nicht genug Wasser.
  • Durch die Trockenheit sind Fichten auch anfälliger für den Borkenkäfer.

Tatsächlich hat die Waldzustanderhebung 2020 ergeben, dass die Fichte im Vergleich zu anderen Baumarten die höchste Mortalitätsrate aufweist. Es muss sich also Dringend was ändern, damit wir unsere Waldbestände erhalten können. Zudem zeigt sich, dass sich die fehlende Artenvielfalt im Wald negativ ausgewirkt hat, da ein reiner Fichtenbestand nicht zukunftsfähig ist.

Welche Maßnahmen werden getroffen?

Abhilfe können Widerstandsfähige Baumarten schaffen. Revierleiterin Monika Löffelmann nannte die Tanne als Beispiel. Diese hat viel tiefere Wurzeln als die Fichte, wodurch sie nicht so sehr von der Trockenheit bedroht ist.

Zudem experimentiert Monika Löffelmann auch mit heimatfremden Baumarten. Dazu hat sie 200 Baumhaseln gepflanzt, die eigentlich in der Türkei heimisch sind. Diese Baumart ist also an höhere Durchschnittstemperaturen gewöhnt.

Es hört sich so einfach an, doch mit dem Pflanzen ist es nicht so einfach wie man meint. Junge Bäume werden z.B. durch Rehwild bedroht. Sie fressen nämlich gerne die Triebe der Jungpflanzen. Auch umliegende Pflanzen bedrohen das Wachstum der kleinen Bäume. Dazu gehört beispielsweise die Brombeere, die regelmäßig gemäht werden muss, weil die Jungbäume ansonsten überschattet werden. Sie würden somit absterben. Das Pflanzen ist also mit viel Aufwand und auch kosten verbunden.

Zum Schluss betont die versierte Revierleiterin, dass auch sie nicht weiß, wie es mit dem Wald von morgen hingeht. Sie setzt jedoch auf eine weite Artenvielfalt von Baumarten. Dadurch sollen unsere Wälder stabil in die Zukunft wachsen können.

Welches Angebot können wir als Grüne machen?

In unserem Wahlprogramm betonen wir die zunehmende Bedrohung des Waldes durch die Klimakrise. Hitzewellen, Dürren und Stürme haben stark zugenommen. Auch wir erkennen, dass naturnahe und artenreiche Waldökosysteme viel widerstandsfähiger sein werden, als Monokulturen.

Den Lebensraum Wald sollte man aus mehreren Gründen retten: der Wasserkreislauf wird in Balance gehalten, er reinigt die Luft und bietet Lebensraum für zahlreiche Bedrohte Arten. Bei uns in Waldkraiburg betrifft das einige Fledermausarten.

Wir setzen uns deshalb nicht nur für Mindeststandards bezüglich Waldumbau und der Neubewaldung ein. Wir wollen zusätzlich Waldbesitzer:innen mit qualifizierter Förderung und Beratung unterstützen.

Damit der Waldumbau auch erfolgreich sein wird, setzen wir uns auch für wald- und tierschutzgerechte Bejagungsmethoden ein. Diese sollen im Einklang mit Naturschutz- und Waldbesitzerverbänden sein.

Mehr dazu könnt ihr in unserem Wahlprogramm lesen.

Zudem wollen wir als Ortsverband kräftig Werbung für die Baumpflanzaktion am 13. November machen. Auch wir werden daran Teilnehmen und dazu Beitragen, etwas für unser Stadtklima zu tun. Mehr Infos dazu findet ihr hier!

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